Auf Umwegen bin ich dazu gekommen meine in den Gedanken nach vorn dringenden Bilder sichtbar zu machen. Wie im meiner performativen Arbeit „ROSA zieht die Fäden“ von 2018, mit dem Thema der unterschiedlichen menschlichen Lebenswege, hat sich mein Lebensweg nicht direkt auf das Bilder machen hin entwickelt, sondern erweiterte sich bis zu dem heutigen Punkt, der komplett davon durchdrungen ist.

Meine Arbeiten speisen sich aus Fragmenten des Lebens um mich herum sowie meinen Interessen an Literatur, zeitgenössischem Tanz und Musik. Ich glaube nicht an den Künstler der ohne äußere Einflüsse aus sich selbst heraus ins Zeitlose gestaltet. Jede Arbeit trägt den Menschen in sich, der sie gestaltet hat, in seine Zeit verwurzelt ist.

Eindrücke aus Begegnungen in Berlin, in Tel Aviv, auf dem Weg zu meinem Platz in der Fußballarena, im Theater, im Regen (etc.) mischen sich in meinen Arbeiten mit Sprach- und Textfragmenten. Wortspiele geben den Arbeiten hierbei weitere Deutungsebenen. Dieser erweiterte Deutungsraum durch die Sprache soll die Arbeiten ihrer eindeutigen Zuordnung und Lesbarkeit entziehen. Ausgerichtet an dem Menschen mit allen seinen Licht- und Schattenseiten und meinem humanistischen Blick auf die Welt entstehen die Arbeiten aus einer Grundidee heraus und vervollständigen sich dann Schicht für Schicht auf dem Bildträger sowie im Ausstellungsraum. Dem Leben entsprechend bleiben die Arbeitsspuren in den Arbeiten sichtbar erhalten. 

Bei seinem Blick auf eine Installation mit einem wogenden Meer aus Stühlen während meines genreübergreifenden Installationszyklus „Rauschbilder“ in einem nicht mehr genutzten Hallenbadschwimmbecken, sprach mich ein Besucher an und sagte: „Ich spüre körperlich die Personen, die auf diesen Stühlen gesessen haben“. Das sind die Momente in denen ich mir sicher bin, dass die Arbeit meine Intention gespiegelt hat. Jeder soll die Möglichkeit haben die Arbeiten in seiner Sprache lesen zu können.

Verlassen die Arbeiten das Atelier gehen sie in die Welt um mit anderen Menschen zu kommunizieren. Wie erwachsene Kinder verlassen sie ihren Entwicklungsort und sollen nun möglichst viele ansprechen, nicht nur die, die generell mit Kunst konfrontiert sind.

Trotz meiner digitalen Auftritte mit Homepage und Instagram Account fühle ich mich in meiner Arbeit dem Analogen zugehörig, mit den entsprechenden Arbeitspuren, den Gerüchen und der Haptik, mit der Möglichkeit mir ordentlich den Kopf zu stoßen.