Bis auf das Lichtband im Boden bleibt der Sternensaal unbeleuchtet. Das Lichtband läuft an den Rundungen der Wand entlang und leuchtet durch ein Sternengitter, so dass die Holzvertäfelung darüber matt beleuchtet wird. Licht fällt auch durch die offene Tür, die  zum westlichen Kunstkammersaal führt, in dem die weißgewandete Junko Wada ihren einsamen, meditativen Tanz vollführt.

Im Raum auf dem Boden sitzend, hält mich der Tanz von Nicola Mascia und Takako Suzuki gefangen. Dicht, zum Greifen nahe die Bewegungen der Tänzer verfolgend, die sich im Raum verorten. Das Atmen, die Schritte hören. Im richtigen Moment dem Tanzweg ausweichen. Auf diese Weise eins werden zu einem Gesamtbild, das sich einprägt.

Das gesamte Haus erfüllt von Menschen, von Bewegung, von spürbarer Magie durch die Jahrhunderte, die die erwarteten Exponate des Ägyptischen Museums mit dem noch leeren, renovierten Haus des Neuen Museums in Berlin und mit den Menschen in den Räumen verbindet.

Sasha Waltz hat es wieder geschafft, mich mit ihren Gästen und ihrer neuen Produktion DIALOGE 09 auf dem ehemaligen Transitweg nach Berlin zu locken, zu begeistern, mit kreativer Energie aufzuladen und mich dann auf den sternenklaren Rückweg in den Frühlingsanfang zu entlassen.

Ein andauernder Nachhall ist zu erwarten, der mir in den hoffentlich unerwartesten Momenten Inspirationsspitzen verpassen wird.

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