Die Strecke im Auto durch die Stadt erscheint mir wie ein Ausverkauf für die Architektur.

Die ständig wechselnden Werbebotschaften machen nicht aufmerksam, sie stumpfen ab und reduzieren die Fahrt, neben dem Blick auf den Verkehr, auf die Annehmlichkeiten, die ich mir in meinem Blechkleid gönne.

Kein Telefon, keine hastige Essensaufnahme und Rundfunk ohne Werbung.

Wie wünsche ich mir ein Verschwinden dieser ständigen ungewünschten Berieselung, mit freiem Blick auf das was dahinter liegt, mit der Möglichkeit den Stadtraum wirklich wieder zu gestalten und diesen nicht den Werbestrategen zu überlassen, auf der Suche nach mehr und größerer Werbefläche. Wer kennt sie nicht diese auf Stelzen stehenden Werbeflächen mit ihrer rotierenden Werbung, die, wenn sie nicht mehr funktioniert, den Blick durch zerissene Werbebotschaften auf nackte Neonröhren bietet.

Es gibt solche Städte. Sao Paulo hat es geschafft binnen 3 Monaten die Werbung aus dem Stadtbild zu verbannen und ich wünsche mir, dass diese Idee sich wie ein Flächenbrand durch weitere Metropolen und Städte ziehen wird.

Kleiner Nachtrag:

Leider gibt es auch schon wieder Gegenbewegungen, wie in Venedig zum Beispiel, wo zukünftig Automaten eines bekannten Getränkeherstellers das Stadtbild erklärbarer machen werden. Wer sich in dem Gassengewirr schon einmal verloren hat, wird sich vielleicht den dann vorhandenen roten Faden zu Hilfe nehmen, um seinen Weg zurück aus dem Labyrinth zu finden.

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