Da steht er, der Künstler, anwesend. Geredet hat der Oberstadtdirektor, der Galerieleiter und der Kunstkritiker.

Der Künstler hat den Moment, als die Sprache auf ihn kam, wieder einmal verpaßt oder in weiser Voraussicht verstreichen lassen. Keine fast einstündige Konzentration auf diesen einen Augenblick, bei dem die Blicke der Anwesenden kurz zu ihm geschweift wären: Aha, so sieht der aus.

Jetzt steht er wieder abseits. Umgeben von seinen Bildern und kann sie sich in Ruhe, nach der doch wie immer anstrengenden Aufbauphase und den unermüdlichen Diskussionen mit den Kuratoren um die richtige Hängung, betrachten, mit ihnen diese Ausstellung würdigen.

Der Rest des Publikums hat mit der ausgestellten Kunst nichts mehr am Hut.

Man hat sich eingefunden am Tresen, mit den obligatorischen Häppchen und Getränken. Alle, die gern gesehen werden wollen aber nicht werden, diejenigen die einfach Durst und Hunger haben und auch jene, die die besten Plätze schon vorab gebunkert haben, auf der ständigen Schau nach dem vermeintlich noch besseren Gesprächspartner.

Schade, denkt die Kunst, Chance vertan und der Künstler, der ist anwesend…

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